Weiß die KI überhaupt, wer du bist? Von alten Branchenverzeichnissen, widerspenstigen Schema-Markups und jeder Menge Fleißarbeit

„Ich bin am Arsch. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Ich such‘ mir ’ne Festanstellung.“

Das waren vor Kurzem tatsächlich meine Gedanken.

2025 hatte ich mich durch das Mammutprojekt Neupositionierung und Website-Relaunch gekämpft. Danach fühlte sich alles sortiert und leicht an. Die ganze Arbeit schien sich auszuzahlen.

Und dann kam 2026. Die Klickzahlen gingen in den Keller und die KI-Suche schwang gefühlt die große „Ich fisch dir deinen Traffic weg“-Keule.

Nun hatte ich genau zwei Möglichkeiten: Alles hinschmeißen und mir eine Festanstellung suchen. Oder in die Hände spucken (im übertragenen Sinne, bittschön), mich weiterbilden und weitermachen.

Der Gedanke an eine Festanstellung war dann doch Motivation genug.

Was folgte, waren viele Erkenntnisse, Bestätigungen, wilde Beschimpfungen und Auseinandersetzungen mit ChatGPT und eine erstaunliche Menge Fleißarbeit. Davon erzähle ich dir hier.

Vielleicht erkennst du dich wieder. Vielleicht nimmst du ein bisschen Motivation und Anschub mit.

Fakten kompakt (tl;dr)

  • Die Suche verändert sich: KI-Systeme übernehmen zunehmend die Vorauswahl passender Unternehmen. Ziel ist es, bei relevanten Prompts möglichst oft erwähnt und im besten Fall mit der eigenen Website verlinkt zu werden.
  • Klassisches SEO bleibt wichtig: Technische Grundlagen, hilfreiche Inhalte und eine gut strukturierte Website sind weiterhin entscheidend.
  • Unternehmensinformationen überprüfen: Name, Leistungen, Zielgruppen und Positionierung sollten auf deiner Website und in öffentlichen Profilen zusammenpassen.
  • Technik nicht vergessen: robots.txt, Indexierung, Sitemap, SEO-Plugins und strukturierte Daten verdienen einen genauen Blick.
  • GEO ist kein Zaubertrick: Statt auf vermeintliche Geheimtipps zu setzen, solltest du zuerst die bewährten SEO-Grundlagen und deine Unternehmensinformationen in Ordnung bringen.
  • Dranbleiben lohnt sich: Angebote, Suchverhalten und KI-Systeme verändern sich. Deshalb ist digitale Sichtbarkeit keine einmalige Aufgabe, sondern jede Menge Fleißarbeit.

Die Suche verändert sich. Und wer wird gefunden?

Erinnerst du dich an früher? Da war alles besser. Spaß beiseite. Noch vor kurzem hast du bei Google ein paar Suchbegriffe eingegeben, die Ergebnisse durchforstet und dich durch Websites geklickt. Das Ziel klassischer SEO war: weit oben in den Suchergebnissen aufzutauchen und Klicks zu bekommen.

Heute kannst du ChatGPT beispielsweise fragen: „Ich bin Physiotherapeutin und suche jemanden, der meine WordPress-Website betreut, sich mit SEO auskennt und mir den Technikkram abnimmt. Wen empfiehlst du mir?“

Und schon geht die Vorauswahl los. Vielleicht nennt dir die KI drei Unternehmen, vielleicht fünf. Vielleicht bin ich dabei. Vielleicht auch nicht.

Auch Google beantwortet mit seinen KI-Übersichten inzwischen viele Fragen direkt in den Suchergebnissen. Einige Menschen checken vermutlich gar nicht, ob sie gerade eine KI-Antwort oder klassische Suchergebnisse vor sich haben. Müssen sie ja auch nicht.

Das wirkt sich auf die Klickzahlen aus. Laut einer ↗ SISTRIX-Analyse klicken bei durchschnittlichen Suchanfragen rund 27 Prozent auf das erste organische Ergebnis. Bei Suchanfragen mit KI-Übersicht sind es dagegen nur etwa 11 Prozent. Je nach Branche unterscheiden sich die Auswirkungen massiv.

Und genau deshalb reicht es nicht mehr, ausschließlich auf Google-Rankings und Website-Klicks zu schauen.

Ich sage, und daran orientiere ich mich bei meiner Arbeit: Die eigene Website bleibt das Fundament. Dort bestimmst du, wie du dich und dein Angebot präsentierst. Aber sie ist nur ein Teil deiner gesamten Online-Präsenz.

Wie Website, Suchmaschinen, KI-Systeme, Bewertungen und andere Kontaktpunkte zusammenspielen, habe ich in meinem Beitrag ↗ Was macht eine gute Website aus? mit einer ziemlich aufwendigen Grafik dargestellt.

Das Gute an der ganzen Geschichte: Klassisches SEO ist nicht plötzlich wertlos geworden. Auch wenn einige Schreihälse das behaupten, um den „neuen, heißen GEO-shit“ zu verkaufen. Der im Übrigen größtenteils weder neu noch heiß ist. Google selbst bestätigt, dass die bewährten SEO-Grundlagen auch für seine KI-Suchfunktionen gelten.

Nur kommen weitere Fragen hinzu: Was wissen Suchmaschinen und KI-Systeme eigentlich über dein Unternehmen? Welche Informationen finden sie außerhalb deiner Website? Und stimmen die überhaupt noch? Gibt es Verknüpfungen?

Damit sind wir bei dem, was ich inzwischen als digitalen Hausputz bezeichne. Und der begann bei mir mit einer ziemlich alten Tabelle.

Entitäten stärken! Oder: Was meine alte Tabelle von 2021 damit zu tun hat

Ich sag dir was. Wer jetzt nicht so langsam in die Puschen kommt, sich mit den Vor- und Nachteilen von KI-Systemen zu beschäftigen, hat langfristig das Nachsehen. Das ist ein bisschen wie beim Kochen. Du musst kein Profi werden. Aber wenn du dich nie damit beschäftigst, musst du dich mit dem zufriedengeben, was andere dir auftischen. Ich bin wirklich froh darüber, dass ich gerne und gar nicht so übel koche!

Deswegen halte ich mich regelmäßig über neue Entwicklungen rund um SEO und KI-Sichtbarkeit auf dem Laufenden. Fachnewsletter, Podcasts, Webinare, das volle Programm. Gern auf dem Weg ins Büro und im Gym.

Vor ein paar Tagen habe ich endlich mal wieder an einer Ausgabe von Digital Bash zum Thema SEO teilgenommen. Danach ging es mir wie so oft: Einerseits fühlte ich mich in meiner Arbeit bestätigt, andererseits war mein Kopf kurz vorm Platzen. So viele Informationen, Tipps und neue Erkenntnisse!

Eine Empfehlung zog sich durch die Vorträge: Entitäten stärken!

Klingt technisch, ist aber eigentlich ganz einfach. Eine Entität ist beispielsweise eine Person oder ein Unternehmen, das Suchmaschinen und KI-Systeme als eigenständige Einheit erkennen und einordnen können.

In meinem Fall sollen sie verstehen: Wer ist Angela Beyer? Was ist Webseitenliebe? Welche Leistungen biete ich an? Wie teuer sind diese? Für wen? Warum bin ich anders als andere Anbieter:innen in meinem Segment? Und wie hängt das alles zusammen?

Dabei spielen nicht nur die Informationen auf der eigenen Website eine Rolle. Auch öffentliche Profile, Branchenverzeichnisse und andere Quellen können zur Einordnung beitragen.

So weit, so gut. Das erzähle ich meiner Kundschaft schließlich auch schon seit einiger Zeit.

Und dann fiel mir meine alte Tabelle von 2021 in die Hände.

Kurz nach der Gründung hatte ich fein säuberlich dokumentiert, in welchen Branchenverzeichnissen ich Webseitenliebe eingetragen hatte. Einschließlich URLs und Bearbeitungsstatus.

2021 war meine Positionierung allerdings noch ziemlich schwammig. Irgendwas mit Website-Pflege und ein bisschen Marketing.

Heute stehen WordPress-Betreuung und Webdesign im Mittelpunkt, insbesondere für Selbstständige im Gesundheitsbereich.

Mein Unternehmen hatte sich längst weiterentwickelt. Aber was erzählten eigentlich all diese alten Einträge über mich?

Also machte ich mich an die Arbeit. Und damit begann ein ausgesprochen nerviger Teil meines digitalen Hausputzes.

Die Hölle, das sind die anderen. Willkommen im Branchenverzeichnis-Dschungel!

Hast du schon mal nach deinem Unternehmen gegoogelt? Du wirst dich wundern, wo du mit deinem Unternehmen überall auftauchst. Und vor allem, was dort manchmal für ein Quatsch über dich steht.

Wie erwähnt, viele der Einträge hatte ich vor Jahren selbst angelegt. Hier noch ein Eintrag, da noch ein Eintrag, viel hilft viel! Das fiel mir dieses Jahr hammerhart auf den großen Zeh.

Andere waren offenbar ohne mein Zutun wie von Zauberhand entstanden. Simsalabim. Mit veralteten Beschreibungen, falschen Informationen oder Angeboten, die längst nicht mehr zu Webseitenliebe passten.

Also ging die Arbeit los: Einloggen (falls möglich), Daten aktualisieren, Löschanträge stellen, E-Mails schreiben, auf Antworten warten. Und natürlich alles fein säuberlich in meiner Tabelle dokumentieren.

Besonders schön: Bei einem Verzeichnis musste ich tatsächlich meinen Personalausweis einschicken, um meine Identität bestätigen zu lassen. Damit ich einen Eintrag löschen lassen durfte.

Meinen Personalausweis! Für einen Branchenverzeichniseintrag! Da fragst du dich schon, wer hier eigentlich wem einen Gefallen tut.

Und selbst wenn ein Eintrag endlich gelöscht war, war die Geschichte nicht unbedingt vorbei. Einige alte Verzeichnisseiten tauchten weiterhin in den Google-Suchergebnissen auf. Dafür gibt es immerhin ein Tool zum Aktualisieren veralteter Inhalte, mit dem du die Entfernung solcher Suchergebnisse beantragen kannst, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Welche Verzeichnisse behalten, welche löschen?

Nicht jeder Branchenverzeichniseintrag ist schlecht. Seriöse Fachportale, relevante Unternehmensverzeichnisse und Bewertungsplattformen können durchaus nützlich sein.

Ich habe deshalb unterschieden:

  • Behalten und aktualisieren: Einträge auf seriösen, für mein Unternehmen relevanten Plattformen.
  • Löschen lassen: Einträge auf fragwürdigen oder für mich nutzlosen Portalen, insbesondere wenn dort falsche Informationen standen.

Mein Tipp: Dokumentiere nicht nur, wo du eingetragen bist, sondern auch, was du unternommen hast und wann. Sonst verlierst du bei den ganzen Löschanträgen und Rückmeldungen schnell den Überblick.

Und wie heißt dein Unternehmen eigentlich?

Ähnliche Baustellen begegnen mir bei meiner Kundschaft.

Da steht auf der Website ein Unternehmensname, im Google Unternehmensprofil eine etwas andere Schreibweise und auf LinkedIn noch eine Abkürzung. Manchmal kommen unterschiedliche Bindestriche, Leerzeichen oder alte Firmennamen dazu.

Bei der Digital Bash berichtete ein Speaker von einem Kundenprojekt, bei dem bereits kleine Unterschiede in der Namensschreibweise offenbar eine Rolle gespielt hatten.

Das bedeutet nicht, dass jedes fehlende Leerzeichen deine KI-Sichtbarkeit ruiniert. Aber ein Unternehmen sollte möglichst eindeutig identifizierbar sein.

Du musst deshalb nicht auf jeder Plattform akribisch dieselbe Beschreibung verwenden. Deine Zielgruppen können unterschiedlich sein, und vielleicht betonst du auf LinkedIn andere Leistungen als in einem Fachverzeichnis.

Aber der Kern muss stimmen: Wer bist du, wofür stehst du und was bietest du an?

Und vergiss bei deiner Bestandsaufnahme nicht die vermeintlichen Kleinigkeiten: E-Mail-Signatur, Newsletter-Footer, Social-Media-Profile oder Mitgliedschaften in Verbänden.

Die stehen übrigens teilweise auch noch auf meiner eigenen To-do-Liste. Ich bin also keineswegs fertig mit meinem digitalen Hausputz.

Ist deine Website überhaupt für Suchmaschinen und KI-Bots zugänglich?

Bevor du dich mit den tollen „neuen“ GEO-Maßnahmen beschäftigst, solltest du erstmal checken, ob die technischen Grundlagen stimmen. Denn was nützt dir die beste Website, wenn Suchmaschinen und KI-Bots nicht an deine Inhalte herankommen?

robots.txt: Wer darf rein, wer muss draußen bleiben?

In der robots.txt legst du fest, welche Bereiche deiner Website bestimmte Bots abrufen dürfen. Die Datei erreichst du normalerweise unter deine-domain.de/robots.txt.

Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: Nicht jeder KI-Bot macht dasselbe.

OpenAI verwendet beispielsweise den OAI-SearchBot für die ChatGPT-Suche und den GPTBot für das Training seiner KI-Modelle.

Du kannst also gezielt steuern, welche Bots du zulässt und welche nicht. Beispielsweise kannst du dem Such-Bot Zugriff gewähren, während du den Trainings-Bot aussperrst.

Wichtig ist vor allem, dass die für die Suche relevanten Bots auf deine Inhalte zugreifen dürfen. Das wurde auch bei der Digital Bash betont. Schau deshalb nach, ob du versehentlich die falschen ausgesperrt hast.

Indexierung, Sitemap und Google Search Console

Auch hier lohnt sich eine Bestandsaufnahme. Können deine wichtigen Seiten von Google indexiert werden? Steht irgendwo versehentlich noindex? Ist die XML-Sitemap aktuell?

Die kostenlose Google Search Console zeigt dir, welche Seiten indexiert sind und wo Google Probleme festgestellt hat.

Aber Achtung: Nur weil eine Seite technisch indexierbar ist, muss Google sie noch lange nicht in seinen Index aufnehmen.

SEO-Plugin Rank Math installiert. Und jetzt?

Ich habe bei Kundenwebsites schon alles erlebt: Rank Math (oder Yoast) ist installiert und nichts eingerichtet. Rank Math ist installiert und halb eingerichtet. Oder eingerichtet, aber mit falschen beziehungsweise veralteten Informationen. Oder, das ist wirklich die Krönung, wenn die Website von einer Agentur erstellt wurde: es gibt überhaupt kein SEO-Plugin.

Erkenntnis der letzten Jahre: Die zielgenaue Einrichtung eines solchen Plugins kann beim ersten Mal und für Laien Stunden dauern.

Ein SEO-Plugin nimmt dir einiges ab, da beispielsweise Schema-Markups anschließend automatisch erstellt werden können. Daher lohnt sich die akribische Arbeit. Aber auch nur, wenn die Einstellungen stimmen und die hinterlegten Informationen zu deinem Unternehmen passen.

Keine Lust, dich selbst durch diese technischen Baustellen zu wühlen?

Im Rahmen meiner ↗ WordPress-Website-Betreuung kümmere ich mich auch um die SEO-Grundlagen deiner Website. Größere Optimierungen besprechen wir individuell.

Grounding Page und Schema-Markups oder: Zoff mit ChatGPT

Kommen wir zu zwei Maßnahmen, die ich bei Webseitenliebe umgesetzt habe, um meine Unternehmensinformationen besser aufzubereiten.

Die Grounding Page: Wer bin ich und was mache ich eigentlich?

Davon hörte ich zum ersten Mal in Seokraties Newsletter, wenn ich mich nicht täusche. Und dieses Schwergewicht in der SEO-Szene hat mein Vertrauen. Also: ab dafür!

Auf meiner ↗ Grounding Page habe ich die wichtigsten Informationen über Webseitenliebe zusammengetragen: Wer steckt dahinter? Welche Leistungen biete ich an? Wer gehört zu meinen Zielgruppen? Was unterscheidet mich von anderen Anbieter:innen?

Im Grunde eine Art Unternehmenssteckbrief, sachlich und ohne großes Marketing-Blabla.

Die Idee dahinter: Suchmaschinen und KI-Systemen eine zusätzliche, gut strukturierte Informationsquelle zur Verfügung stellen.

Ob mich ChatGPT deswegen häufiger empfiehlt? Keine Ahnung. Eine Garantie gibt es jedenfalls nicht.

Aber die Seite kostet mich keine laufenden Gebühren, lässt sich bei Bedarf aktualisieren, dient als Positionierungspapier fürs Prompten und ergänzt meine übrigen Unternehmensinformationen. Für mich eine sinnvolle Sache.

Bis die Informationen aber so waren, wie sie sein sollten und die Seite so strukturiert war, wie es sinnvoll ist, mussten einige harte Diskussionen und Korrekturschleifen in und mit ChatGPT gedreht werden.

Schema-Markups: Und täglich grüßt ChatGPT mit einer anderen Idee

Strukturierte Daten, auch Schema-Markups genannt, sind Informationen im Quellcode deiner Website. Damit kannst du beispielsweise kennzeichnen, welche Angaben zu deinem Unternehmen, deiner Person oder deinen Leistungen gehören.

In WordPress lässt sich einiges davon mit Rank Math umsetzen. Das hat mir aber nicht gereicht. Ich wollte mehr als standardisierte Daten ausspielen. Deswegen entschied ich mich dazu, Rank Math für diesen Teil nicht zu nutzen und die Schema Markups manuell zu erstellen.

Natürlich habe ich mir dabei von ChatGPT helfen lassen.

Habe ich es bereut? Nicht unbedingt. Aber es war ein ziemlicher Geduldstest!

Gefühlt bekam ich bei jeder Nachfrage einen anderen Vorschlag. Mal sollte ich etwas ergänzen, dann wieder entfernen, beim nächsten Mal wurde plötzlich eine ganz andere Struktur empfohlen. Dann war dieser Knoten nicht optimal, die Ausgabe des Preises nicht korrekt, ein Hin und Her wegen den 0-Euro-Produkten, die gegen Mailadresse erhältlich sind.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, mit einem äußerst selbstbewussten Kollegen zu diskutieren, der seine Meinung alle fünf Minuten ändert.

Also hieß es: selbst recherchieren, Empfehlungen hinterfragen, Einstellungen überprüfen und die Ergebnisse mit entsprechenden Testtools kontrollieren.

Mein Rat: KI ist eine prima Unterstützung. Aber gerade bei technischen Dingen solltest du ihr nicht blind vertrauen. Und nur weil strukturierte Daten technisch gültig sind, heißt das noch lange nicht, dass die Angaben sinnvoll oder vollständig sind.

Hat hier jemand llms.txt gesagt?

Auch damit habe ich mich beschäftigt und eine solche Datei angelegt. Sie soll KI-Systemen eine Übersicht wichtiger Website-Inhalte liefern.

Inzwischen gibt es allerdings Untersuchungen, die ihren Nutzen für KI-Zitierungen infrage stellen. Google sagt sogar ausdrücklich, dass die Datei für seine Suchfunktionen keine Rolle spielt.

Mehr dazu findest du im Artikel von Seotrust über die llms.txt.

Für mich ist das wieder so ein Beispiel dafür, warum es sich lohnt, bei neuen GEO-Empfehlungen nicht sofort alles stehen und liegen zu lassen.

Und jetzt kommt’s: Google selbst erklärt in seinem Leitfaden zur KI-Suche, dass du weder spezielle KI-Schema-Markups benötigst noch deine Texte eigens für KI-Systeme umschreiben musst.

Das heißt allerdings nicht, dass du bei deinen Texten nichts verbessern kannst. Das Wichtigste zuerst, eine vernünftige Gliederung, eigene Erfahrungen und konkrete Beispiele helfen Menschen und Suchsystemen, deine Inhalte einzuordnen.

Das ist aber kein neuer GEO-Zauber, sondern größtenteils gutes altes redaktionelles Handwerk.

Na bitte. Vieles von dem, was derzeit als brandneue GEO-Erkenntnis verkauft wird, ist entweder gar nicht notwendig oder gehört ohnehin längst zum Handwerk der Suchmaschinenoptimierung.

Dieser Blogbeitrag war in Teilen auch mal ein Newsletter.

In „Das Update“ teile ich neue Erkenntnisse, praktische Tipps und gelegentlich auch meine kleinen Technik-Dramen. Und zwar bevor daraus irgendwann ein Blogbeitrag wird.

Die Arbeit an Website und Umgebung endet nie

Falls du jetzt denkst, dass ich meinen digitalen Hausputz inzwischen abgeschlossen habe: schön wär’s!

Meine Profile auf LinkedIn, Pinterest und das Google Unternehmensprofil brauchen noch Feinschliff. Mein Eintrag beim VGSD, mein Newsletter-Footer und meine E-Mail-Signatur stehen ebenfalls auf der To-Do-Liste.

Ja, die E-Mail-Signatur! An solche Kleinigkeiten denkst du im ersten Moment doch gar nicht.

Dann wären da noch meine älteren Blogbeiträge, die ich überarbeiten möchte. Und neue Themen, über die ich unbedingt schreiben will.

Ideen habe ich genug. Der Tag hat weiterhin 24 Stunden. Ich habe Hobbies. Und meine Kundschaft möchte schließlich auch betreut werden.

Also heißt es: Prioritäten setzen

Bei der Digital Bash wurde außerdem ein wichtiger Punkt angesprochen: Die Art, wie Menschen suchen, verändert sich laufend. Statt einzelner Suchbegriffe stellen sie zunehmend komplexere Fragen, beschreiben ihre Situation und formulieren ganz konkrete Anforderungen.

Themen, Bedürfnisse und Erwartungen deiner Zielgruppen verändern sich. Vielleicht entwickelst du neue Angebote, spezialisierst dich oder sprichst plötzlich andere Menschen an als noch vor zwei Jahren.

Und genau deshalb ist die Arbeit an deiner digitalen Präsenz keine einmalige Angelegenheit.

Du musst nicht jeden Monat deine komplette Website umkrempeln. Aber ab und zu solltest du überprüfen, ob das, was im Internet über dich steht, noch zu deinem Unternehmen und zu den Menschen passt, die du erreichen möchtest.

Ich jedenfalls bin noch mittendrin. Und inzwischen wieder ziemlich motiviert. Auch wenn ich ChatGPT gelegentlich am liebsten im hohen Bogen aus dem Fenster werfen würde.

Nach oben scrollen